Von der Cloud da komm ich her - digitales Weihnachten

Aktualisiert: 22. Dez 2019


(c) 8-bit games

Als ich klein war, wurden vor dem Heiligen Abend die Türen zum Zimmer, in dem der Weihnachtsbaum stand, geschlossen.

„Warum?“ fragte ich.

„Weil das Christkind dann die Geschenke bringt und man es dabei nicht stören darf.“

Ich habe das Christkind nie gesehen, so wie auch niemand den Weihnachtsmann je gesehen hat, der abends durch den Kamin kommt, damit die Kinder am Morgen des 25.12 die Geschenke vorfinden.

Das Christkind und der Weihnachtsmann sind virtuell, man kann sich nicht sehen und nicht greifen, aber dennoch sind sie da.

Und man kann beiden Schreiben und die Wünsche an einen virtuellen Ort senden, den wiederum kein Mensch je betreten hat noch es jemals kann.

Ist Weihnachten also virtuell und der Ort wo der Weihnachtsmann wohnt das Internet – oder die Cloud? Und ist die Wunschliste nicht schon immer eigentlich eine Whishlist gewesen, die heute nicht nach Engelskirchen oder Himmelspforten per Post verschickt, sondern per Whatsapp in die Cloud hochgeladen wird? Und kommen die Geschenke nicht aus dem sagenumwobenen Land Amazonien zu uns und nicht vom Geschäft neben an?

Und bald schon kommt der Weihnachtsmann dann auch wirklich durch den Kamin, nur als Drohne verkleidet, um die Geschenke unter den Baum zu legen, der auch nur noch ein Hologramm ist.

Weihnachten war schon immer virtuell jetzt eben richtig

Also dann

„Frohe Weihnachten“





99 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Religion und Ökonomie - die fünf Faktoren

Durch religiöse Systeme kommt es zu einem paradoxen Effekt: Erst die Religion schafft die Voraussetzungen für die moderne Ökonomie. Religion „rationalisiert“ das Leben der Gläubigen, indem sie die Han